Im Rahmen meiner Tour „Heimat erfahren“ habe ich das Kupferbergwerk in Fischbach besucht – zum ersten Mal wieder seit meiner Schulzeit am Gymnasium Kirn. Schon damals war der Besuch etwas Besonderes. Heute ist mir noch einmal bewusst geworden, welche Bedeutung dieser Ort für die Region hat.

Fischbach ist Kupferbergwerk – und das Kupferbergwerk ist Fischbach. Diese enge Verbindung spürt man sofort.

Ich erhielt eine Führung durch Ortsbürgermeister Peter Tonn und Betriebsleiter Rainer Hahn-Köhne. Beide stehen – gemeinsam mit zwei weiteren Mitstreitern – für ein außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement. Regelmäßig kümmern sie sich um Pflege, Reparaturen und den Erhalt der Anlage. Mit einem Augenzwinkern nennen sie sich selbst „die vier Bekloppten“ – und genau dieses Engagement ist es, was das Kupferbergwerk trägt.

Besonders beeindruckend fand ich, wie tief die persönliche Verbindung reicht: Peter Tonn hat bereits als Jugendlicher Führungen übernommen. Dieses Konzept hat bis heute Bestand – junge Menschen übernehmen Verantwortung, sammeln Erfahrungen und halten die Geschichte lebendig. Tonn selbst stand sogar Modell für die Darstellung historischer Bergmänner im Stollen.

Das Kupferbergwerk zeigt auch, wie man neue Wege gehen kann: In den konstant kühlen Bedingungen des Stollens reifen seit einigen Jahren Käselaibe des Demeterhofs Schwalbenhof aus Berschweiler. Solche Ideen machen deutlich, welches kreative Potenzial hier vorhanden ist.

Und dennoch: Die Herausforderung ist offensichtlich.
Früher kamen bis zu 120.000 Besucher pro Jahr, heute sind es etwa 20.000 – im vergangenen Jahr sogar nur rund 12.000. Ziel muss es sein, diese Zahl wieder deutlich zu steigern.

Die Gründe sind vielschichtig: Busreisen bleiben aus, Schulklassen kommen seltener – auch, weil Fahrten heute oft nicht mehr finanzierbar sind. Gleichzeitig stellt sich für viele Besucher die Frage: „Was kann man hier noch machen?“ Weitere Angebote in der Umgebung sind derzeit nur eingeschränkt verfügbar.

Marketing findet bereits statt – auch im Rahmen der bestehenden Strukturen. Doch die Entwicklung zeigt: Das allein reicht nicht. Es braucht neue Wege, neue Ideen und ein stärkeres gemeinsames touristisches Denken für die Region.

Für mich ist klar:
Das Kupferbergwerk Fischbach hat enormes Potenzial – als Lernort, als Erlebnisort und als identitätsstiftender Bestandteil unserer Heimat.

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