In dieser Woche war ich zu Gast im Senioren- und Pflegeheim Lorettahof in Herrstein. Schon beim Ankommen war spürbar, wie viel Leben, Offenheit und Herzlichkeit diesem Haus innewohnt.
Am Nachmittag kamen rund 20 Bewohnerinnen und Bewohner zur gemeinsamen Kaffeerunde zusammen. Für diese Runde war bewusst auch eine musikalische Stunde vorgesehen: Gemeinsam sangen wir bekannte Lieder wie „Lobe den Herren“, „Winter ade“, „Freut euch des Lebens“ und – passend zur Jahreszeit – auch den Schneewalzer. Den Abschluss bildete der Choral „Großer Gott, wir loben dich“. Begleitet wurden die Lieder von mir am Klavier – nicht perfekt gestimmt, aber mit viel Freude und gemeinsamem Erinnern.
Besonders gefreut hat mich das Wiedersehen mit Pfarrer i. R. Ferwendel sowie mit Dorothee Weiß, die vielen Menschen in der Region noch aus ihrer Zeit als Lehrerin bekannt ist. Solche Begegnungen machen spürbar, wie sehr Biografien, Erinnerungen und Gemeinschaft miteinander verwoben sind.
Im Anschluss führte mich die Heimleiterin, Frau Jakobi, durch das Haus. In unserem Gespräch wurde deutlich, mit wie viel Engagement hier gearbeitet wird – und zugleich, vor welchen Herausforderungen Einrichtungen dieser Art stehen. Der offene Austausch über Rahmenbedingungen, Personalfragen und den Alltag der Pflege hat mir wichtige Einblicke vermittelt, die über diesen Besuch hinaus nachwirken.
Auch ein kurzer Moment im Flur blieb mir in Erinnerung: Ein Gespräch mit einem Mitarbeiter, der ursprünglich aus Tunesien stammt und seit vielen Jahrzehnten in Deutschland lebt. Ein paar Sätze auf Französisch reichten aus, um ein Lächeln und ein Gefühl von Wertschätzung entstehen zu lassen – ein kleines Beispiel dafür, wie Nähe oft in den einfachen Momenten entsteht.
Ich habe den Besuch im Lorettahof als sehr herzlich, offen und bereichernd erlebt. Solche Begegnungen erinnern daran, wie wichtig Zeit, Aufmerksamkeit und gegenseitiger Respekt sind – gerade dort, wo Menschen auf Unterstützung angewiesen sind.





